Das Modell „Lebenszeit verkaufen“

Wir wissen alle, dass unsere Lebenszeit endlich ist.

Trotzdem sieht unser gängiges Lebensmodell vor, dass wir genau dieses endliche, unwiederbringliche und unersetzbare Gut verkaufen! Ist das nicht paradox?

Noch dazu verkaufen wir diese Zeit zu einem Preis, der uns gerade so am Leben erhält, so dass wir gerade eben nicht pleite sind (Deshalb sagen einige, der englische Begriff „Job“ sei eigentlich eine Abkürzung für „just over broke“, zu deutsch „gerade nicht pleite“). Und selbst wenn jemand einen sehr guten Stundenlohn bekommt von sagen wir 25,- € dann reicht das immer noch nicht, um wirklich reich zu werden. Denn wenn wir unser Beispiel einfach einmal durchrechnen, stellen wir fest, dass unser/e Gutverdiener/in bei 8 Stunden Arbeit am Tag, 5 Tagen in der Woche und 52 Wochen im Jahr auf 52.000,- € Jahresverdienst kommt.

Allerdings sind wir hier in Deutschland und das heißt, dass von 52.000,- € brutto nach allen Abzügen (gesetzlich versichert, ledig, keine Kinder, kirchensteuerpflichtig) nur ungefähr 30.000,- € übrigbleiben. Weiterhin sollte man sich bei allem Sparwillen natürlich die Grundbedürfnisse wie Wohnen und Essen nicht verwehren, meistens kann man auch nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit, so dass auch „Transportkosten“ entstehen.

Es ist sicher nicht zu hoch gegriffen, wenn ich hier noch einmal 1.000,- € im Monat abziehe, in vielen Gegenden in Deutschland wird man dafür noch nicht einmal wohnen können, aber im Mittel kommen wir mit diesen 12.000,- € im Jahr sicher zurecht. Somit bleiben von unseren anfänglichen 52.000,- € gerade einmal 18.000,- € übrig und unser/e Gutverdiener/in war bisher noch nicht einmal im Urlaub oder mal mit seinen Kumpels/mit ihren Freundinnen aus.

Also kann man sicher noch einmal 3.000,- € im Jahr abziehen, bleiben also noch 15.000,- € im Jahr zum Sparen übrig. Und so etwas wie Altersvorsorge vergessen wir an dieser Stelle ganz, denn die gesetzliche Rente reicht ja, wie wir wissen, vorne und hinten nicht. Wenn man diese 15.000,- € jährlich spart und einen Zinssatz von 4% zugrundelegt dann braucht man über 30 Jahre, um nur mal die erste Million zusammenzusparen! Bei einem Zinssatz von derzeit 1,5% dauert es 53 Jahre!

Nur zur Erinnerung, man ist weiterhin Single, hat sich nichts gegönnt, keine Kinder und wohnt immer noch zur Miete und mittlerweile ist man über 50 Jahre alt!

Das heißt, anstatt zu leben hat man nichts als gearbeitet und auf fast jede Zerstreuung (die man eigentlich bei diesem Lebenswandel dringend bräuchte) verzichtet. Wenn dann noch unvorhergesehene Belastungen dazu kommen, oder man nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren kann sondern ein Auto braucht, sieht es noch schlechter aus.

Wir sehen hier also ganz deutlich, dass man mit dem Modell „Lebenszeit verkaufen“ nie und nimmer das Leben führen können, das wir uns vorstellen. Aber genau das sollte doch unser Ziel sein! Oder warum sind Sie jetzt auf dieser Website und lesen diesen Text? Wenn wir also wissen, dass der Verkauf unserer Lebenszeit nicht geeignet ist unsere Ziele zu erreichen, was ist dann unsere Konsequenz daraus? Eine Möglichkeit ist natürlich, wie es die meisten tun, sich mit den Umständen zu arrangieren, zu akzeptieren, dass man kaum zu nennenswertem Wohlstand kommen wird und sich in den bescheidenen Verhältnissen einzurichten.

 

 

 

 

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